Dezentrale Einspeisung ins Stromnetz

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Strom aus Erneuerbaren Energien

Nach § 19 EEG hat der Betreiber von EEG-Anlagen für den in diesen Anlagen erzeugten Strom gegenüber der Stadtwerke Zittau GmbH als Netzbetreiber einen Anspruch auf die Marktprämie nach § 34 EEG oder auf eine Einspeisevergütung nach § 37 oder § 38 EEG.

Die Prüfung der Fördervoraussetzungen erfolgt auf der Grundlage des EEG. Der Anlagenbetreiber hat dazu entsprechende Nachweise vorzulegen, z. B. Nachweise der Anmeldungen in Anlageregistern oder Umweltgutachten.

Strom aus Kraft-Wärme-Kopplung

Nach § 4 KWKG ist die Stadtwerke Zittau GmbH als Netzbetreiber verpflichtet dem Anlagenbetreiber den aus deren Anlagen angebotenen KWK-Strom aufzunehmen und zu vergüten sowie einen KWK-Zuschlag zu entrichten. Die Prüfung der Vergütungsvoraussetzungen erfolgt auf der Grundlage des KWKG. Der Anlagenbetreiber hat dazu entsprechende Nachweise vorzulegen, z. B. Nachweise der Anmeldung/Zulassung bei der BAFA oder den Nachweis zum Einbau von Messeinrichtungen.

Registrierung im Marktstammdatenregister

Seit dem 1. Juli 2017 sind Betreiber von EEG- und KWK-Anlagen verpflichtet, sich und ihre Anlagen innerhalb eines Monats nach Inbetriebnahme der Anlage im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur zu registrieren. Wenn diese Registrierung nicht, nicht rechtzeitig oder nicht vollständig erfolgt, verringert sich die Vergütung für den Zeitraum, in dem die Anlage nicht registriert ist. Der Verstoß gegen die Registrierungspflicht gemäß § 21 Marktstammdatenregisterverordnung stellt außerdem eine Ordnungswidrigkeit dar. 

Nachfolgend finden Sie ein Schreiben der Bundesnetzagentur vom 05. Februar 2018, in dem auf den voraussichtlichen Starttermin des Webportals sowie auf die damit zusammenhängenden Registrierungspflichten eingegangen wird. Weitere aktuelle Informationen zu diesem Thema finden Sie auf der Internetseite der Bundesnetzagentur.

Einspeisemanagement

Gemäß den Regelungen in § 9 des Erneuerbare-Energien-Gesetzes – EEG müssen Betreiber von Erzeugungsanlagen nach dem EEG und Betreiber von Erzeugungsanlagen nach dem KWKG folgende Anforderungen zum Einspeisemanagement erfüllen:

Erzeugungsanlagen größer 100 kW

Anlagenbetreiber von EEG-Anlagen und Betreiber von KWK-Anlagen sind verpflichtet, Erzeugungsanlagen mit einer installierten Leistung von mehr als 100 kW mit technischen Einrichtungen auszustatten, mit denen der Netzbetreiber die Einspeiseleistung bei Netzüberlastung ferngesteuert reduzieren und die jeweilige Ist-Einspeisung abrufen kann.

Photovoltaikanlagen größer 30 bis 100 kW

Photovoltaikanlagen mit einer Leistung zwischen 30 und 100 kW sind durch den Anlagenbetreiber mit technischen Einrichtungen auszustatten, mit denen der Netzbetreiber die Einspeiseleistung bei Netzüberlastung ferngesteuert reduzieren kann.

Photovoltaikanlagen bis 30 kW

Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von höchstens 30 kW sind durch den Anlagenbetreiber

  • mit technischen Einrichtungen auszustatten, mit denen der Netzbetreiber die Einspeiseleistung bei Netzüberlastung ferngesteuert reduzieren kann

           ODER

  • am Verknüpfungspunkt ihrer Anlagen mit dem Netz auf eine max. Wirkleistungseinspeisung von 70 % der installierten Leistung zu begrenzen.

Die Stadtwerke Zittau GmbH hat technische Mindestanforderungen zur einheitlichen Umsetzung des Einspeisemanagements festgelegt, die als Download zur Verfügung stehen.

Direktvermarktung

Verpflichtende Direktvermarktung von Neuanlagen 

Anlagen zur Erzeugung von Erneuerbaren Energien, die ab dem 1. Januar 2016 in Betrieb genommen wurden, müssen ab einer installierten Leistung von 100 kW ihren Strom direkt vermarkten (§21 EEG 2017, zuvor §37 EEG 2014).

Gemäß der Novellierung des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes (KWKG), die zum 1. Januar 2016 in Kraft getreten ist, gilt die verpflichtende Direktvermarktung ebenfalls für KWK-Anlagen ab einer installierten Leistung von 100 kW.

Diese verpflichtende Direktvermarktung gilt nicht für Bestandsanlagen, die vor Inkrafttreten des EEG 2014 genehmigt und in Betrieb genommen wurden (EEG 2014, §100, Absatz 1, Nr. 6).

Wahl der Veräußerungsform nach § 21 b EEG 2017 sowie § 4 KWKG 2016

Gemäß der Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG), die zum 1. Januar 2017 in Kraft getreten ist, gibt es folgende Formen der Direktvermarktung für Anlagenbetreiber:

  • Marktprämie nach § 20 EEG 2017 (geförderte Direktvermarktung)
  • Sonstige Direktvermarktung nach § 21 a EEG 2017 (nicht geförderte sonstige Direktvermarktung)

Für Anlagen mit einer installierten Leistung von bis zu 100 kW besteht die Möglichkeit zwischen der Einspeisevergütung nach § 21 (1) Nr. 1 EEG 2017 oder der Marktprämie nach § 20 EEG 2017 (geförderte Direktvermarktung) zu wählen. 

Ihre Anmeldung

Eine fristgerechte Anmeldung kann nur gewährleistet werden, wenn der Wechsel in die Direktvermarktung nach dem EEG spätestens vor Beginn des jeweils vorangegangenen Kalendermonats bei uns angezeigt wird. 

Bitte beachten Sie, dass auch eine Änderung der Direktvermarktungsform bei bereits bestehender Direktvermarktung oder ein Wechsel zurück in die EEG-Vergütung, bis vor Beginn des vorangegangenen Monats bei uns zu melden ist. 

Gemäß dem Beschluss BK6-12-153 haben Anlagenbetreiber, deren Anlage eine installierte Leistung von bis zu 100 kW besitzt, weiterhin die Möglichkeit, die Rückzuordnung der Einspeisestellen in die gesetzliche Vollförderung des EEG durchzuführen.

Fernsteuerbarkeit § 20 EEG 2017 

Voraussetzung für die Inanspruchnahme der Marktprämie ist u. a. die nachgewiesene Fernsteuerbarkeit der Erzeugungsanlage durch den Direktvermarkter gem. § 20 Abs. 1 Nr. 3 EEG 2017. Bei Neuanlagen ist die Fernsteuerbarkeit gem. § 20 Abs. 1 EEG 2017 spätestens bis zu Beginn des zweiten Kalendermonats nach Inbetriebnahme der Anlage zu erfüllen.

Für den erforderlichen Nachweis stellen wir ein standardisiertes Formular "Erklärung zur Fernsteuerbarkeit nach § 20 Abs. (2) - (4) EEG 2017" zur Verfügung. Dieses Formular ist durch den Direktvermarkter sowie durch den Anlagenbetreiber zu unterzeichnen und mit dem Einbaubeleg der technischen Einrichtung sowie dem Protokoll über den durchgeführten Test der Kommunikationsverbindung fristgerecht an s.werner@stadtwerke-zittau.de zu senden.

 

Weitere Voraussetzungen für die Direktvermarktung 

Bitte prüfen Sie vor der Anmeldung zur Direktvermarktung, ob die Vorgaben zum Einspeisemanagement für Ihre Anlage erfüllt sind (siehe Punkt „Einspeisemanagement“)

Information für Eigenversorger (EEG-Umlage)

Die Regelungen zur EEG-Umlagepflicht auf Eigenverbrauch sind in § 61 EEG 2014 definiert. Dort ist u.a. festgelegt, wer die EEG-Umlage bezahlen muss und wer nicht.  

Die EEG-Umlage auf den selbst erzeugten und eigenverbrauchten Strom muss ab einer Anlagengröße über 10kWp oder 10.00 kWh Jahresertrag gezahlt werden.

Gemäß § 5 Nr. 12 EEG liegt eine Eigenversorgung vor, wenn

  • eine natürliche oder juristische Person Strom
  • in unmittelbarem räumlichen Zusammenhang mit der Stromerzeugungsanlage
  • selbst verbraucht hat,
  • der Strom nicht durch ein Netz durchgeleitet wird und
  • dieselbe Person (Personenidentität) die Stromerzeugungsanlage betreibt.

Sind die Voraussetzungen der Eigenversorgung nicht gegeben, liegt i.d.R. eine Lieferung durch ein Elektrizitätsversorgungsunternehmen nach § 60 EEG vor. Die EEG-Umlage ist dann gemäß § 60 EEG zu 100 % an den Übertragungsnetzbetreiber abzuführen.

Eine verringerte EEG-Umlage auf den Eigenverbrauch gilt für Neuanlagen, die § 61 Abs. 1 Satz 1 und 2 EEG entsprechen. Dies sind Stromversorgungsanlagen nach § 5 Nr. 1 EEG oder hocheffiziente Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK-Anlagen) im Sinne des § 53a Abs. 1 Satz 3 Energiesteuergesetzes, die einen Monats- oder Jahresnutzungsgrad von mindestens 70 Prozent aufweisen, die in der Eigenversorgung sind. Dies greift jedoch nur, sofern der Anlagenbetreiber die Meldepflichten nach § 74 EEG bis zum 28. Februar des Folgejahres erfüllt.

Für den Eigenverbrauch nach § 61 EEG wird seit 2017 ein Prozentsatz von 40 % der EEG-Umlage erhoben.

Ausnahmen von der Umlagepflicht bei Eigenverbrauch

Photovoltaikanlagen unter 10 kWp

Generell sind Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von weniger als 10 kWp und einem Eigenverbrauch von höchstens 10.000 kWh pro Kalenderjahr von der EEG-Umlage auf den Eigenverbrauch befreit.

Bestandsschutz

EEG-Anlagen, die bereits vor der EEG-Novelle am 01.08.2014 zur Eigenstromerzeugung in Betrieb genommen wurden, genießen einen sogenannten Bestandsschutz und bleiben von der EEG-Umlagezahlung auf den eigenen Stromverbrauch befreit.

Diese Ausnahme von der EEG-Umlage gilt allerdings nur solange, bis nicht die Solar- oder KWK-Anlage umfänglicher modernisiert wird oder der Eigentümer der Anlage wechselt. Wenn Bestandsanlagen aus dem EEG substanziell modernisiert bzw. verkauft werden, müssten sie danach 20 Prozent EEG-Umlage für den Eigenverbrauch zahlen.

EEG-Umlage bei Mieterversorgung

Wenn Mieter Solarstrom oder Strom aus einem BHKW des Mietshauses verbrauchen, dann wird die volle EEG-Umlage für die Mieter fällig.

Inselanlagen und Einspeiser ohne Vergütung

Von der EEG-Umlage auf den Eigenverbrauch sind ferner Anlagenbetreiber befreit, die ihre Anlage als Inselanlage betreiben, wenn diese weder mittelbar noch unmittelbar mit dem öffentlichen Stromnetz verbunden ist. Zudem sind Letztverbraucher befreit, die sich vollständig mit Solarstrom versorgen und nur noch den Überschussstrom ohne Inanspruchnahme der Einspeisevergütung in das öffentliche Stromnetz einspeisen.

Übersicht über Neuregelungen zur EEG-Umlage zum 1. Januar 2017

Änderungen bei den Meldepflichten

Nach § 74 a Abs. 1 EEG 2017 müssen Eigenversorger/Letztverbraucher dem zuständigen Netzbetreiber – soweit noch nicht geschehen – unverzüglich alle Angaben übermitteln, die dieser zur Prüfung der EEG-Umlagepflicht für den in der Stromerzeugungsanlage erzeugten und für die Eigenversorgung oder zu sonstigen Zwecken verbrauchten Strom benötigt. Das gilt insbesondere, soweit sich seit der letzten Meldung relevante Änderungen ergeben haben.

Die Meldung muss gegenüber uns als Ihrem Netzbetreiber erfolgen, wenn Sie den Strom aus Ihrer Anlage ausschließlich selbst verbrauchen und darüber hinaus etwaigen Überschussstrom an uns liefern oder ein Direktvermarktungsunternehmen eingeschaltet haben.

Wenn Sie Strom direkt an einen anderen Letztverbraucher liefern, beispielsweise dem Mieter in Ihrem Haus, muss die Meldung gegenüber dem Übertragungsnetzbetreiber (Name, Anschrift) abgegeben werden. Wir dürfen um eine Kopie der Meldung bitten.

Keine Meldepflicht besteht nur, wenn dem Netzbetreiber die erforderlichen Informationen bereits nachweislich vorliegen, z. B. wenn sie im Rahmen der Inbetriebsetzungsmeldung bereits übermittelt wurden, oder die installierte Leistung der Stromerzeugungsanlage 1 kW nicht überschreitet (bei PV-Anlagen: 7 kW). Änderungen sind stets unverzüglich mitzuteilen.

Wenn die Mitteilungspflicht nicht bis zum 28. Februar des Folgejahres erfüllt wird, wird die entfallende oder verringerte EEG-Umlage gesetzlich für das jeweilige Kalenderjahr rückwirkend um 20 Prozentpunkte erhöht (§ 61 g Abs. 2 EEG 2017).

Die Jahresmeldung der für die Abrechnung der EEG-Umlage erforderlichen Angaben, insbesondere die Mitteilung der EEG-umlagepflichtigen Strommengen, muss wie bislang bis zum 28. Februar des Folgejahres erfolgen (§ 74 a Abs. 2 EEG 2017).

 Soweit der Übertragungsnetzbetreiber für die Erhebung der EEG-Umlage zuständig ist, z. B. wenn Sie einen anderen Letztverbraucher aus Ihrer Anlage direkt beliefern, müssen diese Meldungen an den Übertragungsnetzbetreiber bis zum 31. Mai des Folgejahres erfolgen.

Änderungen für Bestandsanlagen

Nach § 61 e führt jede Erneuerung oder Ersetzung einer Stromerzeugungsanlage (ohne Erweiterung) ab dem 1. Januar 2018 grundsätzlich zu einer EEG-Umlage von 20 Prozent. Eine Ausnahme hiervon ist vorgesehen für den Fall, dass ein Generator vor Ablauf der handelsrechtlichen Abschreibung oder Auslaufen der Förderung nach dem EEG – z. B. aufgrund eines Defekts – ausgetauscht werden muss oder das die Stromerzeugung von Kohle auf Gas oder erneuerbare Energien umgestellt wird; in diesem Fall bleibt es auch bei Ersetzungen oder Erneuerungen nach dem 31. Dezember 2017 bei null Prozent EEG-Umlage (um entsprechenden Nachweis wird in diesem Fall gebeten).

Bei Erweiterungen ab dem 1. Januar 2018 entfällt der Bestandsschutz für diese Stromerzeugungsanlage vollständig; es ist EEG-Umlage wie für eine neue Stromerzeugungsanlage zu zahlen. Soweit Sie an Ihrer Stromerzeugungsanlage Erweiterungen, Erneuerungen oder Ersetzungen vornehmen, sind uns diese gemäß § 74 a Abs. 1 EEG 2017 unverzüglich mitzuteilen.

 „Erneuert“ bedeutet in diesem Zusammenhang, dass wesentliche Bestandteile des Generators (z. B. Stator oder Rotor) bzw. des jeweiligen PV-Moduls ausgetauscht werden. Ein Austausch nur unwesentlicher Teile des Generators oder bloße Reparatur- und Wartungsarbeiten sollen nach der Gesetzesbegründung hingegen nicht ausreichen. „Ersetzt“ wird eine Anlage, wenn der komplette Generator bzw. das PV-Modul ausgetauscht wird.

EEG-Mitteilungs- und Veröffentlichungspflichten

24h Störungsdienst
03583 681-000

Ansprechpartner für technische Bedingungen

Herr Jeschke

Tel. 03583 670-301
Fax 03583 670-309
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Ansprechpartner für Vertrieb und Abrechnung

Frau Werner

Tel. 03583 670-331
Fax 03583 670-309
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