Unser Trinkwasser

Wenn Sie Ihren Wasserhahn zu Hause öffnen, verschwenden Sie mit Sicherheit keinen Gedanken, wo es denn herkommt, unser Zittauer Trinkwasser.

Um diese Frage beantworten zu können, wollen wir mit Ihnen auf Erkundungstour gehen. Unsere Erkundungstour beginnt im nahe gelegenen Zittauer Gebirge. Hier befinden sich in den waldreichen Tälern um Oybin, Lückendorf und Hartau die Einzugsgebiete, aus denen wir Zittauer unser Wasser beziehen.

Johannquelle Eichgraben im Sommer

Bild: Johannquelle Eichgraben

Die günstige hydrologische und geologische Situation im Zittauer Gebirge mit dem feinporigen Sandstein und seinem Filtrations- und Speichervermögen ist die natürliche Voraussetzung für ein qualitativ hochwertiges und auch schmackhaftes Trinkwasser. Große Grundwasservorkommen lassen an den Überschussstellen oft leistungsstarke Quellen hervortreten, die dann auch für die Trinkwasserversorgung genutzt werden. Begleiten Sie uns heute zu der ältesten Wasserfassung im Zittauer Gebirge, der König-Johann-Quelle. Auf dem Weg von Zittau nach Lückendorf, finden wir diese an der gleichnamigen Straße gelegen, nur ca. 150 m vor der bekannten „Haarnadelkurve“. Der romantisch angelegte Brunnen lädt regelrecht zu einer kleinen Rast ein und spendet dem durstigen Wanderer oder auch dem strapaziertem Radfahrer eine willkommene Erfrischung. Die eigentliche Quelle befindet sich im etwas höher gelegenen Stadtwald und wird seit Inbetriebnahme der zugehörigen Wasserleitung nach Zittau im Jahre 1863 genutzt. 50 m³ Wasser strömen, das natürliche Gefälle ausnutzend, stündlich auf einem 8,6 km langen Weg über das Wasserwerk Eichgraben nach Zittau. Zu verdanken haben wir diese Leitung dem 1868 verstorbenen Zittauer Senator Just, welcher seinerzeit 90.000 Taler aus seinem Vermögen der Stadt Zittau zum Bau der selbigen Wasserleitung bestimmte.

Zu Ehren dieser hochherzigen Handlung trägt diese Leitung seitdem den Namen „Senator Just`sche Wasserleitung“, was man an einer zu diesem Anlass angebrachten Gedenktafel an dem Brunnen nachlesen kann. Die Quelle, benannt zu Ehren eines Besuches seiner Majestät des König Johann von Sachsen im Jahre 1863 mit dessen Namen, liefert in 6 Quell- und Durchlaufschächten bis heute noch das naturbelassene Trinkwasser für uns Zittauer Verbraucher. Folgen Sie uns in unserem nächsten Beitrag ins nahe gelegene Weißbachtal. Hier befindet sich die gleichnamige Quelle, die wir Ihnen gern vorstellen möchten.

Durch den wirtschaftlichen Aufschwung der Stadt Zittau reichte die für Zittau benötigte Wassermenge aus der 1863 gebauten Johannquelle nicht mehr aus. 1874 kam es daher zur Erschließung der Grundwasservorkommen im nahe gelegenen Weißbachtal. Auf einer Länge von ca. 600 m wurden insgesamt 16 Quell- und Durchlaufschächte angelegt. 1.900 m³ Quellwasser fließen täglich im Durchschnitt ab dem sogenannten „Wasserschloss“ in einer 25 cm starken Rohrleitung über das Wasserwerk Eichgraben nach Zittau. Die Pläne für dieses Sammelbauwerk mit Überlauf- und Entleerungseinrichtungen (Abb.) lieferte der damalige Stadtbaudirektor Rudolf. Zu den Anlagen der Weißbachquellen gelangt der interessierte Wanderer auf dem in der Nähe von Neuhartau beginnenden und auch zutreffend bezeichneten „Wasserleitungsweg“. Fortsetzen kann man diesen Ausflug immer entlang des verträumt wirkenden Weißbaches bis nach Lückendorf. Das Weißbachtal selbst gehört wohl zu den romantischsten Tälern im Zittauer Gebirge.

Pumpenhaus_Schulwiese_Oybin.jpg

Bild: Pumpenhaus Schulwiese Oybin

Um den ständig wachsenden Wasserbedarf zu sichern, wurde durch die Stadt Zittau im Jahre 1912 auf der Grundlage eines hydrogeologischen Gutachtens des seinerzeit namhaften Leipziger Ing.-Büros G. Thiem, die Wassergewinnungsanlage Teufelsmühle, im Einzugsgebiet von Töpfer und Ameisenberg auf der Teufelsmühlwiese im Oybintal errichtet.  Die Anlage besteht aus 6 mit Sickerleitungssträngen verbunden Schachtbrunnen mit einer Förderleistung von 2,2 Mio Liter pro Tag. Um das Wasser von dieser neuen Wassergewinnungsanlage nach der Stadt Zittau abzuleiten, musste gleichzeitig eine neue, 10,8 km lange Hauptversorgungsleitung von der Teufelsmühlwiese über Eichgraben bis nach Zittau verlegt werden. Diese Wasserleitung, die sogenannte „Oybinleitung“, wurde sehr weitsichtig mit Rohrinnendurchmessern von 425, 400 und 350 mm ausgeführt. Damit kann selbst den heutigen Anforderungen an eine bedarfsgerechte und sichere Wasserversorgung entsprochen werden. Der Rohrleitungsbau kostete die damals beachtliche Summe von 436.000,- Mark. Zur weiteren Leistungssteigerung der Anlage Teufelsmühlwiese wurden in den Jahren 1938 und 1949 zwei weitere Brunnen mit einer Tiefe von 91,3 m bzw. 38,0 m errichtet. Damit könnten täglich bis zu 4,2 Mio Liter Trinkwasser über die installierten Unterwassermotorpumpen in Richtung Zittau gefördert werden.

Wir bleiben im Oybiner Tal und wandern weiter in Richtung Oybin. Gleich nach der engsten Stelle im Tal, noch unterhalb des Kleinbahnhofes Oybin, sehen wir rechter Hand, durch ihren markanten Turm gut erkennbar, die Wassergewinnungsanlage Schulwiese. Die Anlage wurde in den Jahren 1927/28 erbaut und in den Jahren 1994/98 schrittweise saniert. Die z.Z. unschöne Graffitimalerei im Gebäude soll in den nächsten Monaten entfernt werden. Die Anlage Schulwiese ist wegen Instandsetzungsmaßnahmen zur Zeit außer Betrieb. Die Anlage fördert aus 6, jeweils 35 bis 40 m tiefen Bohrbrunnen, mittels einer Heberanlage das Grundwasser aus dem wasserspeichernden Sandsteinmassiv. Die Entlüftung wurde mit der im Turm eingebauten Heberschleife damals durch eine elektrisch betriebene Kompressorenanlage durchgeführt. Die Ableitung des bis zu einer Leistung von 2.600 m3 pro Tag geförderten Wassers erfolgt wie auch schon bei der Anlage Teufelsmühlwiese über den Wasserhochbehälter Töpfer am Flügelweg zum Wasserwerk Eichgraben. Im Jahr 1938 wurde die Anlage um die Wasserfassung Elfenwiese, einem 28 m tiefen Schachtbrunnen mit Bohrrohrvertiefungen, erweitert. Im Jahre 2000 erfolgte eine grundlegende Sanierung. Wir erreichen die Anlage Elfenwiese über den Wanderweg im oberen Hausgrund Richtung Poetenweg. Das aus der 40 m höher liegenden Anlage Elfenwiese geförderte Grundwasser wird im Freigefälle zur Schulwiese geführt und betreibt heute mit seinem Vordruck gleichzeitig die Evakuierung der Hebeanlage ohne Elektroenergieeinsatz.

Wir setzen unsere Wanderung über die Freiligrathstraße zum Oybiner Tal-Ringweg fort. Nachdem wir am Ende der Freiligrathstraße
rechts in den Tal-Ringweg eingebogen sind, liegt schon nach wenigen Metern der Zufahrtsweg zur geschützt im Walde liegenden Wasserfassungsanlage Oybin-Bürgerallee. Für diese Anlage erfolgten im Jahre 1955 umfangreiche geologische Vorerkundungen. Der Brunnen selbst wurde über eine 70 m tiefe Bohrung in den Sandstein eingebracht. Die Wasserförderung übernahm eine speziell eingebaute Unterwassermotorpumpe. Mit Fertigstellung der für den Betrieb notwendigen Trafostation und der direkten Verbindungsrohrleitung zur Wasserfassungsanlage Teufelsmühlwiese konnte dann 1959 die Anlage in Betrieb genommen werden. 1977 kam es im Untergrund der Brunnenanlage zu einem Felssturz, in dessen Folge das Wasser aus nur noch 33 m Tiefe gefördert werden konnte. Ergänzend wurde deshalb ein zweiter und größerer Brunnen mit 120 m Tiefe angelegt. Heute fördert die Anlage das Wasser nicht nur über die Teufelsmühlwiese nach Zittau, sondern auch über die an der Freiligrathstraße gelegene Wasseraufbereitungsanlage der SOWAG in den Kurort Oybin. Die maximale Förderleistung aus beiden Brunnen beträgt ca. 2.000 m³/Tag.

24h Störungsdienst
03583 681-000